IRC Syrienreise

 

Nachfolgend der Bericht zu der interessanten Reise von Brigitte Haas, Irene Hermanns und Rüdiger Hensgen nach Syrien und dem Besuch bei Familie Timpe.

 

Eine Reise nach
Syrien mit dem IRC

 

Unsere Mitglieder, Familie Jan und Martina Timpe, hatten den
Internationalen Reitclub e.V. anlässlich ihres Aufenthaltes in Deutschland im August 2010 zu einem Besuch in Damaskus eingeladen.
Zu diesem Zeitpunkt lebte das Ehepaar Timpe mit ihren vier Kinder bereits seit zwei Jahre in Syrien - diesem unbekannten Land, das als Brücke zwischen Orient und Okzident seit Jahrtausenden Schauplatz einer wechselvollen Geschichte ist.

 

Irene Hermanns übernahm die Organisation der Reise. 13  Mitglieder meldeten sich bis Ende letzten Jahres an; jedoch blieben durch Absagen aufgrund privater Umstände und der zunehmend kritischer werdenden politischen Situation Anfang diesen Jahres nur drei Reisende übrig: Irene Hermanns, Brigitte Haas und Rüdiger Hensgen.

 

Was diese Drei in Damaskus erwartete, ist mit Worten kaum zu beschreiben! Familie Timpe hatte für sieben Tage ein atemberaubendes Programm zusammengestellt, um uns die Menschen und die Schönheiten dieses Landes nahe zu bringen. Aus Sicherheitsgründen wurden wir in dem internationalen Hotel Dedeman untergebracht; die kleinen arabischen Boutique Hotels waren für eine eventuell notwendige Evakuierung zu unsicher, da sie inmitten der quirligen und unübersichtlichen Altstadt liegen.

 

Am Dienstagnachmittag, den 5. April 2011 landen wir in Damaskus. Familie Timpe begrüßt uns aufs herzlichste, dann endlich beginnt unser Abenteuer. Aladins Wunderlampe in Hausgröße stimmt uns auf der schnurgeraden Schnellstraße vom Flughafen in die Innenstadt auf den Orient ein. Damaskus, diese geschichtsträchtige 2000 Jahre alte Stadt liegt vor uns. Die Legende besagt, dass der Prophet Mohammed sich geweigert habe, Damaskus zu betreten, da Gläubige nur ein einziges Mal ins Paradies eintreten dürfen. Herr Timpe steuert uns routiniert durch das Verkehrsgetümmel zu dem Hausberg Kas`Yun.  Je höher wir die Serpentinen hochfahren, umso beeindruckender wird unser Ausblick auf diese heute fast 2 Millionen Einwohner beherbergende Wüstenstadt. Bei einbrechender Dämmerung sind wir überwältigt von der mystischen Atmosphäre, hervorgerufen durch die grünen Lichter der 1.600 Moscheen, die nacheinander aufleuchten und deren Muezzin-Rufe zu einem großen mehrstimmigen Chor aus dem Tal anschwellen (Bild 1).

 

Mittwoch, 6. April. Der erste Tag gehörte der Erkundung der Altstadt mit ihren sagenumwobenen Soukhs. Ein kundiger Syrer, der lange in Deutschland gelebt hat, führt unsere kleine Gruppe. Gold- und Silberschmiede, Teppich- und Antiquitätenhändler, Gewürzverkäufer und viele Andere bieten auf engstem Raum ihre vielfältigen Waren an. Die Syrer sind freundlich und sehr herzlich - auch wenn wir nichts kaufen, bleiben die Händler unaufdringlich. (Bild 2, 3, 4, 5) Wir sind begeistert! Dann liegt die berühmte Omaijaden Moschee vor uns, ein großartiges Beispiel früher islamischer Architektur (705 n. Chr). Die Steuereinnahmen von sieben Jahren aus dem Reich der Omaijaden wurden für den Bau ausgegeben. Die Pracht der von arabischen, römischen, griechischen und byzantinischen Künstlern gestalteten Moschee übertraf alles bis dahin Bekannte (Bild 6, 7, 8). Nachdem  wir Frauen uns in graue Kapuzenkittel gehüllt haben (Bild 9), dürfen auch wir den 136 Meter langen und 38 Meter breiten prächtigen Gebetssaal betreten (Bild 10, 11, 12). Über kostbare Teppiche gehen wir zu dem liebevoll gestalteten Reliquienschrein Johannes des Täufers (Bild 13);  der für die Araber als Vorläufer des Propheten Mohammed verehrt wird. Etwas versteckt an der Nordmauer liegt Sultan Saladins Grab in einem hübschen Garten. Saladin war zur Kreuzritterzeit der edelmütige Gegenspieler von König Richard I von England, der von den Arabern Richard Löwenherz genannt wurde. Kaiser Wilhelm II stiftete 1898 bei seinem pompösen Staatsbesuch einen beeindruckenden Marmorsarkophag (Bild 14). Die nahegelegene Rukayya-Moschee – eine Tochter des Prophetenenkels Hussein, den die Schiiten verehren – beeindruckt durch ihre glitzernde, fast blendende Pracht der üppigen Kristalllüster und wunderschönen Wandmosaiken (Bild 15, 16). Dann besichtigen wir weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten, wie den Al Azem Palast (Bild 17, 18, 19).Der türkische Gouverneur von Damaskus, Pascha Al Azem, erbaute 1749 einen Palast, der heute Museum für Völkerkunde ist. Der Palast zählt zu den schönsten Beispielen arabischer Baukunst des 18.Jahrhunderts. Der Innenhof wird von Arkadengängen gesäumt, sein marmornes Wasserbecken ist umgeben von schattenspendenden Zitronenbäumen. Wir bummeln weiter durch die malerischen Gassen der Altstadt, werfen einen Blick in eine Karawanserei, in einen Hammam und möchten uns nicht lösen von diesen wunderbaren Eindrücken.

 

Donnerstag, 7. April. Heute Morgen geht es in Begleitung von Frau Timpe zunächst in das Nationalmuseum, dessen Eingang die originale Stuckfassade eines Wüstenschlosses ziert. Wertvolle Exponate aus 9000 Jahren syrischer Kultur laden zum Besuch ein. Ein kleines, aber sensationelles Tontäfelchen, auf dem das erste Alphabet in Keilschrift geschrieben wurde, das so genannte Ugarit-Alphabet zieht unsere Aufmerksamkeit an. Nach einem Bummel durch den üppigen Skulpturengarten, in dessen Baumwipfel sich Papageien tummeln, schlendern wir weiter Richtung Silber-Soukh. Der mit kleinen Läden gesäumte Innenhof, dessen Boden durch seine Unebenheit aus mehreren Ebenen zu bestehen scheint, steht in reizvollem Gegensatz zu dem dahinterliegenden modernsten Hotels Damaskus, des Four Seasons. (Bild 20, 21) Dann fahren wir in Richtung Christliches Viertel Bab Tuma - vorbei am historischen Bahnhof der Hedschas-Bahn, die 1908 mit deutscher Hilfe bis nach Mekka geführt wurde. Unser Ziel ist die Ananias-Kapelle, eine frühchristliche Kellerkirche auf den Fundamenten eines römischen Tempels, in der vor einigen Wochen die Kommunion von Jonas Timpe. gefeiert wurde. In diesem Gotteshaus soll der Jude Ananias den erblindeten Saulus geheilt haben, worauf dieser sich zum Christentum bekehrte und den Namen Paulus annahm.  Nachmittags geht es zum militärischen Reit- und Schießclub von Damaskus, der 20 km außerhalb der Stadt am Fuße des Antilibanons liegt. Die weitläufige und moderne Reitanlage beeindruckt durch den wunderschön angelegten Außenplatz und den mit Buchsbaum-Skulpturen gesäumten Weg zur modernen Reithalle (Bild 22, 23, 24). Hier dürfen wir bei einem Turnier zuschauen, an dem die Kinder unserer Gastgeber teilnehmen. Der reguläre Reitunterricht der Kinder findet auf einem kleinen privaten Hof statt, den eine couragierte Syrerin leitet. Bild 25 zeigt den Jüngsten Jonas auf seinem geliebten Araber.

 

Freitag, 8. April. Heute wird Herr Timpe uns eines der bedeutendsten historischen und architektonischen Monumente Syriens zeigen: Die Kreuzritterburg Krak des Chevaliers, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Wir fahren nach Norden auf einer gut ausgebauten Schnellstraße und biegen in Höhe der Stadt Homs Richtung Mittelmeerküste ab. Die schmaler gewordene Straße windet sich nun über einen Ausläufer des Küstengebirges hinauf, den die schönste Kreuzritterburg des Orients krönt (Bild 26). Die Burg steht auf einem vulkanischen Kegel und galt als uneinnehmbar. Durch ihre Lage zwischen Tripolis, Homs und der syrischen Küste besaß Krak des Chevaliers für die Kreuzritter und später als islamischer Stützpunkt eine wichtige strategische Bedeutung. Bis zum heutigen Tag gilt sie als die wichtigste, größte, bekannteste und besterhaltene mittelalterliche Burg weltweit. Der Name Krak entstammt wahrscheinlich dem Aramäischen und bedeutet „Festung“. Die Burg beeindruckt sowohl durch ihre militärische Architektur, den Verteidigungsmauern, Wassergräben und Hochtürmen, als auch durch ihre wunderschöne Ornamentik, Inschriften, Fresken und gotischen Kreuzrebengewölben im Rittersaal – eine Mischung westlicher und orientalischer Baukunst (Bild 27, 28). Wir klettern bei angenehmer Wärme und erfrischendem Wind bis zum höchsten Punkt und genießen lange den atemberaubenden Blick (Bild 29, 30, 31).  Auf der Rückfahrt kommen wir in ein Gewitter mit heftigem Regenfall und errlichem Regenbogen, bevor wir in dem wohl malerischsten Felsendorf Syriens, in Maaloula, eintreffen. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Es wird noch Aramäisch gesprochen, die Sprache Jesus Christus, die seit 2000 Jahren vom Vater auf den Sohn übertragen wird – mündlich. Die Häuser hängen wie Schwalbennester in den senkrecht abfallenden Felsen (Bild 32), die ältesten Häuser fußen auf künstlichen Felshöhlen. Maaloula ist ein aramäisches Wort und bedeutet Tor oder Eingang. Die Legende besagt, dass die Heilige Thekla, eine Schülerin des Apostels Paulus wegen ihres Glaubens von Soldaten verfolgt, vor einer Felswand den Herrgott um Hilfe bat. Daraufhin trat der Berg auseinander und sie konnte dem Tod entgehen. Ihr zu Ehren wurde dort ein Kloster erbaut (Bild 33). Wir balancieren entlang eines kleinen durch die Regenfälle entstandenen Baches durch die beeindruckende Schlucht (Bild 34, Jan Timpe) und bewundern den Blick auf die übereinander geschachtelten, an die Felsen geduckten Häuser, die zahlreichen Kirchen und Chistusstatuen (Bild 35), bevor wir nach Damaskus zurückkehren.

 

Samstag, 9. April. Frühmorgens brechen wir in Begleitung von Frau Timpe und Sohn Matthias zu unserem Ausflug nach Palmyra auf, eine der bedeutendsten historischen Stätten Syriens. Unser Weg führt uns Richtung Nordost durch Steppen- und Wüstenlandschaft, begleitet von den schroffen Bergen des Antilibanons. Endlich bekommen wir arabische Temperaturen: Die Atmosphäre heizt sich so auf, dass wir bald die Fata Morganas nicht mehr zählen können! Nach eineinhalb Stunden Fahrt machen wir Station im Bagdad Café 66 (Bild 36, 37), wo uns ein freundlicher Beduine mit einem köstlichen Imbiss erfrischt (Bild 38) und die Damen mit Vergnügen in Beduinenfrauen verwandelt (Bild 39). Nach einer weiteren Stunde Fahrt öffnet sich ein weites Tal: Vor unseren staunenden Augen liegen die Ruinen von Palmyra, umgeben von einem riesigen Palmengarten - wir sind überwältigt! Allein die große Säulenstraße ist 11 Meter breit und mehr als einen Kilometer lang (Bild 40, 41) Fast ein wenig unwirklich, diese großartigen Ruinen römischer Architektur inmitten solch einer Wüstenlandschaft auftauchen zu sehen.. Im Jahre 64 v. Chr. wurde die schon im 2. Jahrtausend v. Chr. besiedelte Stadt römisch, im 2. Jahrhundert nach Chr. war Palmyra eine der prunkvollsten Städte der damals bekannten Welt. Die Königin Zenobia kämpfte gegen Rom, wurde aber im Jahre 271 n. Chr. vom Kaiser Aurelian besiegt. Dieser zerstörte Palmyra, den phönizischen Baal Tempel und den Triumphbogen mit seinen drei Durchgängen, das Wahrzeichen der Stadt. Einen grandiosen Ausblick auf die ungeheuren Ausmaße dieser Ruinenstadt und die umliegenden Turm- und Hausgräber erhalten wir von dem arabischen Kastell, das von einem Drusen-Emir im 16. Jahrhundert oberhalb von Palmyra errichtet wurde (Bild 44, 45,46). Der Ausblick weit über die syrische Wüste ist phantastisch. Nachmittags auf der Rückfahrt nach Damaskus gelangen wir unfreiwillig auf eine kleinere Nebenstrecke, die uns schnurgerade durch die Wüste führt. Auch wenn wir sicher sind, dass wir auf dem richtigen Weg sind, kommt doch beim plötzlichen Auftreten eines kleinen Sandsturmes, der den Sand vor uns über die Straße treibt und eine kleine Kamelherde am Straßenrand in eine Sandwolke hüllt, eine Ahnung auf, wie sich weniger behütete Reisende in vergangenen Zeiten gefühlt haben müssen….

 

Sonntag, 10. April. Heute dürfen wir endlich edle arabische Pferde bewundern! Frau Timpe holt uns im Hotel ab und wir fahren zunächst zur Syrian Arab Horse Association (Bild 47), wo wir von Sekretär Eyad und seinen Mitarbeitern aufs herzlichste empfangen werden. Auf dem Tisch liegt der soeben erschienene Prachtband „The Arabian Horse“ von Gabrielle Boiselle. Die Freude ist übergroß, als wir diesen als Geschenk mit nach Hause nehmen dürfen. Dann brechen wir auf in Richtung Reitclub, wo zwei renommierte Ställe (Bild 47, 48) in der Nähe der Rennstrecke liegen - mit je ca. 30 Rennpferden. Wir haben leider einen kühlen Tag erwischt, der heftige Wind zerrt an unseren Kleidern, doch nun heißt es durchhalten: ein typvoller Vollblüter nach dem anderen wird uns stolz von den Mitarbeitern vorgeführt (Bild 49,50). Edle, sehr gepflegte Pferde, nur - bei der Pflege der Schweife, die fast alle recht armselig sind, hapert es. Hier fehlt der Rat unseres Meisters HH ! Stunden später brechen wir auf zu unserer letzten Besichtigung, dem heutigen Highlight. Wir fahren zurück in Richtung Damaskus und schlängeln uns durch Neubaugebiete die Hügel hinauf. Kann es hier über den Dächern von Damaskus ein Gestüt geben? Als wir am Ziel angelangt sind, erklärt uns unser Führer der SAHA- Sekretär Eyad, dass der durch Immobilien reich gewordene „Pasha“ Al Zaeem direkt neben seiner luxuriösen Villa eine wunderschöne Anlage für seine vierbeinigen Lieblinge gebaut hat. Hier stehen syrische Renn- und Showpferde der Extraklasse. Mittelpunkt der Anlage ist ein großer Paddock, auf dem wir die Stuten mit ihren Fohlen bewundern können (Bild 51). Der Pasha begrüßt uns und lädt uns nach einem Rundgang durch die Ställe zu einem orientalischen Imbiss ein. Inzwischen sind noch zwei Herren des Landwirtschaftsministeriums zu uns gestoßen. Nach dem Essen nehmen wir auf einem großzügigen Diwan Platz, der direkt neben dem Paddock liegt (Bild 52). Dann beginnt das Schauspiel: DerPasha lässt seine edelsten Hengste vorführen (Bild 53). Zum Anstacheln des ohnehin eindrucksvollen temperamentvollen Auftretens der Hengste werden diese tänzelnd an die Stuten herangeführt. Wir sind sprachlos – ein Märchen aus tausendundeiner Nacht kann nicht schöner sein. Es ist schon spät, als wir aufbrechen müssen; als Dank für seine Gastfreundschaft überreichen wir dem Pasha die goldene IRC-Nadel (Bild 54).

 

Montag, 11. April. Unser letzter Reisetag führt uns nach Beirut, der libanesischen Hauptstadt, mit der uns widersprüchlichste Assoziationen verbinden. Das bis in die 70er Jahre bekannte „Paris des Orients“ mit Banken, Spielcasinos und ausuferndem Nachtleben wurde jahrzehntelang überschattet von den Schrecken des Bürgerkriegs mit Bomben, Trümmern und Attentaten. Was für ein Bild wird uns erwarten? Doch zunächst dürfen wir das timpeschen Anwesen bewundern; das Haus liegt westlich von Damaskus in Richtung der libanesischen Grenze (Bild 54). Gemeinsam mit Ehepaar Timpe geht es nun nach einem kurzen Aufenthalt in Richtung Libanon. Die Route führt uns zunächst durch die Ausläufer des Antilibanon und durch die Bekaa Hochebene. Während heute die fruchtbare Hochebene durch ihre hervorragenden Weingüter und Restaurants vor allem bei Gourmets bekannt ist, blühten im Bürgerkrieg hier Haschisch und Mohn. Kontrollpunkte der Hisbollah und der libanesischen Armee gehören immer noch zum Alltag und Herr Timpe erzählt von Entführungen abseits der befahrenen Straßen. Wie gut, dass wir uns in seinem Auto sicher fühlen dürfen! Als wir den steilen Pass des Libanon-Gebirges hochfahren, nimmt der Verkehr rapide zu. Voll beladenen Lastwagen jedweder Größe fahren in abenteuerlicher Geschwindigkeit über die wenig befestigte Bergstraße. Der Verkehr nimmt auf der anderen Seite bergab weiter zu und entwickelt sich bis nach Beirut zum reinsten Chaos. Während es ist Damaskus kaum Ampeln gibt und es die Menschen gewohnt sind, sich durch Hupen und Handzeichen bemerkbar zu machen und der Verkehrsfluss auf erstaunliche Weise, ähnlich wie auf einer vollen Tanzfläche, immer im Fluss bleibt, stehen wir in Beirut auf mehrspurigen Straßen im Stau. Wir sind beeindruckt von den allseits gegenwärtigen Bauaktivitäten. Da die Stadt durch ihre Lage zwischen Mittelmeerküste und Libanon-Gebirge wenig flächenmäßige Ausdehnungsmöglichkeiten hat, wird in die Höhe gebaut. Ein Bild aus dem Flugzeug bei der Zwischenlandung am folgenden Rückreisetag (Bild 55) bestätigt unseren Eindruck. Wir fahren entlang der berühmten Küstenstraße, der Corniche, und machen einen kurzen Stopp an der Taubengrotte – Beiruts Wahrzeichen (Bild 56). Bei einem Bummel durch die Stadt bewundern wir die große blaukupplige Hariri-Moschee, gesponsert von dem 2005 ermordeten Ministerpräsident (Bild 57). Weiter geht es in Richtung des Soukhs von Beirut. Größer könnte der Unterschied zu den malerischen Gassen von Damaskus nicht sein! Während wir dort durch Gassen aus 1001 Nacht bummeln, ist hier in Beirut alles, was einmal an den alten Orient erinnerte, zerstört. Schicke, moderne Luxusgeschäfte mit französisch anmutenden Fassaden prägen das Bild (Bild 58, 59, 60). Selten sehen wir Zeugen des Bürgerkrieges, wie die Ruine eines ausgebrannten Kinos auf einem prominenten Platz (Bild 61). Dann wird es Zeit, Richtung „Heimat“ aufzubrechen. In der Tat freuen wir uns, nach diesem sehr interessanten Tag im westlich-hektischen Beirut, in die orientalische Geschäftigkeit Damaskus zurückzukehren.

 

Morgen geht es zurück nach Deutschland. Der Abschied von diesem faszinierenden Land mit seinen herzlichen Menschen macht uns traurig. Wir haben unvergessliche Eindrücke gewonnen, die unser Leben bereichern und die wir immer im Gedächtnis behalten werden. Die Vollkommenheit unserer Reise verdanken wir der „arabischen“ Gastfreundschaft der Familie Timpe, die uns durch ihre liebevolle Führung und ihre interessanten Erzählungen das für uns unbekannte Land vertraut gemacht hat. Umso entsetzter verfolgen wir heute die politische Eskalation und bewundern den aufopfernden Mut der friedlichen Demonstranten. Unsere Gedanken sind bei ihnen.

 

Brigitte Haas

Internationaler Reitclub Bad Godesberg e.V.
Gut Haus Holzem
53343 Wachtberg - Berkum

 

1. Vorsitzende:

Miriam Wedemeier