Turnier-Blog 2019

Was wäre so ein Turnier ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen? - Über 100 Namen standen auf der Helferliste.
Unter die IRC-Mitglieder haben sich Einsteller*innen mit ihren Reitbeteiligungen sowie  Schüler*innen der Reitschule Heiß gemischt, die etwas für die Stallgemeinschaft tun wollen. 

 

Der diesjährige Blog hat die vielfältigen Aktivitäten dieser Freiwilligen zum Schwerpunkt.

Freitag, 29. März 2018

Der ruhige Tag

Das Turnier startete mit Kaiserwetter. Wie immer war der Freitag der ruhige Tag: Morgens müssen die Freizeitreiter arbeiten oder in die Schule gehen, so dass die Profis bei den Prüfungen für die jungen Pferde weitgehend unter sich sind.

 

Auch am Nachmittag blieb die Stimmung entspannt: Auf dem Hängerparkplatz war noch viel Platz, im Zuschauerraum ebenfalls. Beides wird sich morgen gründlich ändern.

Gut Haus Holzem in Bestform

Wieder einmal hat Tim von Wülfing mit seinem Team ganze Arbeit geleistet:

Die Öffnung in der Hallenwand ist noch größer als im letzten Jahr, der Gastronomiebereich dadurch noch großzügiger. 

Der Verzicht auf einen VIP-Bereich schafft Luft im Zuschauerraum, und der neue Turm für die Fernsekamera stört niemanden.

Der Boden in beiden Hallen ist funkelnagelneu, und der gesamte Außenbereich hat sich fein gemacht: Von den Blümchen im Efeu rund um die Führmaschine über das neue IRC-Transparent bis zur großen Strohburg auf dem Außenplatz wurde alles mit viel Liebe zum Detail geschmückt.

Team Abreithalle

Vor der Prüfung steht das Aufwärmen und Lösen in der Abreithalle. Dort organisiert ein Team von Freiwilligen den Betrieb.

 

IRC:

Was ist denn hier Eure Aufgabe?

 

Sabine Burgwinkel:

Wir rufen die einzelnen Starter bzw. Gruppen auf, wenn sie dran sind. Dafür führen wir eine Starterliste und schicken die Leute los, wenn wir das Signal aus der großen Halle bekommen.

Dann sorgen wir dafür, dass hier immer nur so viele Reiter*innen drin sind, dass alle zum Lösen genug Platz haben.

Zwischendurch äpfeln wir auch ab.

Bei der Dressur, wo alle in Gruppen reiten, ist das einfacher als bei den Springprüfungen. Dann ist es durch die Hindernisse auch in der Halle unübersichtlicher.

Springprüfungen im Livestream

Kurz vor dem Turnier bekamen wir das Angebot, unsere Prüfungen live auf SPORTDEUTSCHLAND.TV zu übertragen. Sponsoring durch die Gothaer ermöglicht es, dass wir die erforderliche Technik kostenlos nutzen können.

 

So wurde kurzfristig ein Kameramann engagiert, die Anzeigetechnik bekam ein Upgrade und alle Springprüfungen werden im Livestream bzw. später on demand übertragen.

Team Gastronomie-Service

Das nächste ehrenamtliche Team treffe ich in der Gastronomie hinter der Theke. 

 

IRC:

Was habt Ihr denn dieses Jahr im Angebot?

 

Team Gastronomie-Service:

Kaffee und Kuchen, Brötchen, kalte Getränke, Wein, Sekt und Bier. Die meisten Kuchen sind Spenden, viele selbstgebacken.

 

IRC:

Dieses Jahr arbeitet Ihr erstmalig mit Verzehrkarten, die an der Kasse gekauft werden. Wie ist die bisherige Erfahrung?

 

Gisela Mundt:

Ich kenne das System ja schon von anderen Veranstaltungen und denke, dass es besser läuft als in den vergangenen Jahren.

Mia und Hugo im Dressurreiterwettbewerb

Mia aus der IRC-Jugend und Schulpony Hugo erreichten im Dressurreiterwettbewerb mit Wertnote 6,0 den 15. Rang
und wurden damit platziert.

 

Wir trafen sie auf der Ponyweide.

 

IRC:
Wie kamst Du darauf, ausgerechnet Hugo zu reiten?

 

Mia:
Ich reite ihn oft, einfach weil er Spaß macht. Und gestern hat er es ja auch toll gemacht.

Hugo ist ein supertolles Turnierpony: Er kann Dressur, er kann springen, er kann Volti, er kann alles. 

Weitere Impressionen vom ersten Tag

Samstag, 30. März 2018

Stilspringen

Bei den Stilspringen des Vormittags ging es um Technik und harmonische Abläufe.

 

In der Stilspringprüfung Kl. A* glänzte Alina Binzenbach vom RC Kalenborner Höhe, die mit ihren beiden Pferden Levito und Chinuck gleich in beiden Abteilungen gewann.

 

Erfolgreichste Reiterin des Internationalen Reitclubs war Dina Hanse mit Don Domingo, die in der Stilspringprüfung Kl. A* einen 4. Platz erreichte. 

Team Küche

IRC:
Was macht Ihr hier alles hinter den Kulissen? - Die Stimmung ist offensichtlich gut.

 

Barbara Bode-Hanse und Stephanie Tanzberger:
Brötchen schmieren und garnieren, Kaffee kochen, planen, machen, tun. Wir sind auch für die Hygiene zuständig, richten die Tische wieder ordentlich her und putzen.

 

IRC:
Letzes Jahr hatten wir in der Küche das Problem, dass es sehr kalt war…

 

Barbara Bode-Hanse und Stephanie Tanzberger:
Das ist immer noch das Problem, weil es nachts halt kalt ist und es hier keine Heizung gibt. Aber wir haben eine super Kaffeemaschine, auf der wir die Butter wieder anwärmen können, dass sie streichfähig wird. Und der Kühlschrank funktioniert dieses Jahr gut.

Gäste aus Luxemburg

Dass beim Inernationalen Reitclub Menschen aus vielen Ländern reiten, ist Programm. Ungewöhnlicher ist, dass Teilnehmer zum IRC-Turnier extra aus dem Ausland anreisen. 

Drei, die genau das gemacht hatten, habe ich zum Interview gebeten.

IRC:
Ihr kommt aus Luxemburg…

 

David Johannes Reuther und Luis Friedrich Reuther:
Wir kommen ursprünglich von hier, aber Kim Grangenette ist Luxemburger. Wir sind dann nach Luxemburg gezogen, kommen aber gerne zu Turnieren wieder in diese Gegend zurück.

 

IRC:
Ihr seid heute Morgen schon gesprungen, und Sie sehen wir gleich noch mal?

 

Kim Grangenette:
Ich komme gleich noch für das M-Springen. Ich habe meine Pferde eigentlich nur mitgebracht, um meinen Jungs zu helfen. Und damit ich die Zeit sinnvoll einsetze, nutze ich das Turnier auch, um meine Pferde zwischenzeitlich am Laufen zu halten. Ich reite jetzt hier bewusst kein großes Springen, weil die Pferde eigentlich schon auf die Außensaison vorbereitet sind. Aber es tut ihnen gut, hier eine kleine Runde zu machen.

Jetzt wird es schnell

Mit der Springprüfung L begannen die Wettbewerbe, bei denen es nur noch um Punkte und Zeit ging. Fehlerfrei zu reiten, reichte nicht, es musste auch sehr schnell sein.

 

Keiner zeigte das deutlicher als Jan Büsch, der erst mit einem fulminanten Ritt das L-Springen gewann, dann im M- Springen noch mehr auf Tempo ging und den 3. Platz erreichte. Beide Ritte werden allen Zuschauern in Erinnerung bleiben. Wir baten Jan Büsch um einen Kommentar.

 

Jan Büsch:

After Eight, die das L-Springen gewonnen hat, hatte eine  längere Verletzungs- und Fohlen-Pause. Jetzt habe ich sie das erste Mal wieder auf Sieg geritten, was ich generell sehr gerne mache. Sie hat super mitgespielt und es hat mich sehr gefreut, dass sie wieder ein Springen gewonnen hat.

Das andere Pferd bringt das ein bisschen vom Naturell mit, der ist sehr gängig. Da ist immer der schmale Grat: Wieviel gönnt man ihm dann und wieviel bremst man ihn? Das ist mir im zweiten Springen ganz gut gelungen, er ist super gesprungen und wir sind mit dem dritten Platz belohnt worden.

Team Parcours-Service

Franka Jöbges, Luzie Spahl und Julia Bassfeld sind alte Hasen im Parcoursdienst und deshalb auch heute beim S-Springen wieder dabei.

 

IRC:
Was macht der Parcoursdienst alles?

 

Franka Jöbges:
Man steht im Parcours und kümmert sich darum, dass immer alles in Ordnung ist und der Nächste gut springen kann. Wenn Stangen herunterfallen oder so angeschlagen sind, dass sie vom nächsten Luftzug herunterfallen, dann legt man sie wieder richtig hin. Wenn ein Pferd vor dem Sprung „geparkt“ hat, kratzt man den Sand wieder glatt hin, dass die nächsten ordentlich abspringen können.

 

IRC:

Worauf müsst Ihr beim S-Springen speziell achten?

 

Luzie Spahl:
Erst mal, dass wir nicht im Weg stehen!

 

Julia Bassfeld:
… weil die halt unter Umständen enge Wege reiten, und damit rechnet man im Zweifel nicht. Zwischen zwei Sprüngen machen die Kurven, wo ich denke „da würde ich niemals herumkommen", weil die einfach unglaublich gut reiten können.

Dann muss man auf die Lichtschranken bei Start- und Ziellinie aufpassen, dass man da nicht durchlatscht – das wäre nicht so cool.

Und wenn man Stangen wieder hochlegt, muss man den richtigen Zeitpunkt dafür wählen, damit man nicht einen anderen Sprung stört.

Der Weg zur großen Reithalle

Unter Turnierbedingungen führt der Weg von der Abreithalle außen um das Stallgelände zur großen Halle. Der Weg ist idyllisch - und unbeleuchtet.

 

Dass das bei einem S-Springen zum Abend zum Problem werden konnte, merkten die Veranstalter zum Glück noch rechtzeitig und schafften Abhilfe: Lichtmasten wurden organisiert und der Weg gründlich ausgeleuchtet.

Atemberaubende Ritte im großen Preis von Wachtberg

Siegerpaar Christoph Brüse mit Bella Luna; Fotografie Marx

Lange sah es so aus, als könne nur Manfred Scheid sich selber schlagen: Mit drei Pferden war er angetreten, zwei davon kamen ins Stechen, und beide, Vitus K und Leotie KJ, landeten dort erst mal auf den vordersten Plätzen.

Dann kam Christoph Brüse mit Bella Luna und nahm ihm in einem atemberaubenden Ritt noch einmal fast zwei Sekunden ab: Sieger im großen Preis von Wachtberg!

 

Christoph Brüses Kommentar dazu: "Es hat alles funktioniert. Ich habe die Stute erst seit drei Turnieren und sie hat es heute Abend super gemacht. Ich wusste vom Vorreiter, dass sie relativ schnell ist, und habe es dann mal probiert".

Gänsehaut-Feeling hatten die zahlreichen Zuschauer schon im ersten Umlauf: Chesmu KJ mit Manfred Scheid im Sattel zeigte an jedem Hindernis, dass er noch viel höher springen konnte. Leider verfehlte er dabei knapp die vorgegebene Zeit.

Alle Ritte können Sie in unseren Videoaufnahmen bewundern.

Ansprache des Siegers Christoph Brüse

Am Ende der Siegerehrung ergriff Christoph Brüse das Mikrofon:

 

"Bevor wir die Ehrenrunde starten, müssen wir uns erst einmal als Reiter, ob groß oder klein, bei der Familie von Wülfing, bei allen Helfern und allen Sponsoren bedanken, die diese Veranstaltung hier auf die Beine gestellt haben.

In der heutigen Zeit ist es gar nicht mehr so selbstverständlich, dass es ein Hallenturnier bei uns in der Region gibt, wo so viele Zuschauer sind und so ein schöner Großer Preis ausgetragen wurde bei so einer tollen Kulisse.

Vielen, vielen Dank, im Namen aller."

Weitere Impressionen vom zweiten Tag

Sonntag, 31. März 2018

Fanilientag

Stand am Samstag der große Sport im Mittelpunkt, so war der Sonntag als Familientag konzipiert.

 

Reiterwettbewerbe für den Nachwuchs, die Führzügelklasse für die Jüngsten und Springprüfungen für die unteren Leistungsklassen wurden passend eingerahmt: Von Currywurst mit Fritten bis zum Eis war alles da, was Kinderherzen höher schlagen lässt. Damit sich die Kurzen nicht im Zuschauerraum langweilen, war die Strohburg aufgebaut - und Picknicktische für die Eltern gleich daneben.

 

Das Wetter spielte mit und die Rechnung ging auf: Dieser Tag war der bestbesuchte von allen. 

Wettbewerbe für den Nachwuchs

Der Ursprung des IRC- Turnieres ist die Förderung der Kinder.

Die entsprechenden Wettbewerbe wurden dieses Jahr extra auf den Sonntag gelegt, und die Resonanz war überwältigend:
Es gab drei Abteilungen im Reiterwettbewerb Trab,
drei Abteilungen im Reiterwettbewerb Trab-Galopp
und sage und schreibe 28 Teilnahmen in der Führzügelklasse.

 

Der Preis für die 28 Starter war eine halbe Stunde Verzögerung im Zeitplan, dazu Turnierleiter Peter Hermanns:

 

"Das ist mir egal, da müssen die anderen jetzt eben die halbe Stunde warten. Denn das ist die Zukunft, das soll die Basis werden, und dafür machen wir das Turnier.

 

Dass die folgenden Bilder ein wenig unscharf sind, so dass nur Familie und Freunde die Kinder erkennen, ist kein Zufall sondern gewollt.

Sponsorenempfang

Ohne die Unterstützer und Sponsoren wäre ein solches Turnier nicht möglich. Daher gab es am Sonntagnachmittag einen Empfang für die Sponsoren, den Irene Hermanns liebevoll vorbereitet hatte.

 

Peter Hermanns dankte in einer kurzen Ansprache zunächst Tim von Wülfing, der mit viel Energie und neuen Ideen dabei war und alles tut, um dieses Turnier möglich zu machen. 

 

Ein weiterer Dank galt den vielen Helfern - über 100 Namen stehen auf der Helferliste - und natürlich den Sponsoren selber.

Springprüfungen am Nachmittag

Das Turnier endete mit zwei Springprüfungen A und L, die wieder in voller Länge als Videos aufgezeichnet wurden.

In einer ruhigen Minute sprach ich mit einer Gruppe von Zuschauerinnen aus Kalenborn:

 

IRC:
Was macht unser Turnier besonders?

Gast 1:
Es ist das erste Mal, dass wir hier teilnehmen, meine Tochter ist gestern geritten. Ich finde, hier ist eine nette Atmosphäre, ein netter Reitstall, und alles gut organisiert, von daher macht es Spaß.

Gast 2:
Was ich besonders gut finde, ist die Organisation hier. Abreitehalle, Halle, das funktioniert super, wer wann rein muss. Das ist mir positiv aufgefallen.

Auch dass nur 10 Pferde hinein durften.

Gast 1:
… genau, das ist oftmals gerade bei den E-Springen alles ein bißchen Kuddelmuddel, das haben die Damen da vor Ort alles sehr gut gemacht. 

 

Bewertung durch die Sportwartin

IRC:

Hannelore, wie bewertest Du dieses Turnier als Sportwartin des Internationalen Reitclubs?

 

Hannelore Heiß:

Wir hatten hier ein Turnier, das im sportlichen Sinne hochkarätig war:

Am Freitag waren es sehr interessante Prüfungen mit den jungen Pferden von A, L und M, die auch für die Fachleute sehr gut waren.

Wir haben am Samstag mit dem M- und S-Springen einen hervorragenden, akkuraten Sport gehabt, der in der hohen Klasse in Turnieren selten zu sehen ist.

Den Familientag am Sonntag  hatten wir genau richtig geplant, so dass wir viel Publikum bei den kleineren Prüfungen hatten. Da Wetter hat das Seinige dazu getan – jeder kriegt halt das Wetter, das er verdient.

 

Und so hatten wir drei Tage lang einen sehr, sehr guten Sport in allen Bereichen, ob kleine Reiter, große Reiter, Anfänger oder Fortgeschrittene. Ich darf wohl sagen, dass alle Reiter mit den Gegebenheiten hier auf der Anlage sehr zufrieden waren.

 

Besonderes Lob verdient unser sehr gutes Helferteam vor Ort, das immer wieder schnell und präzise alles gemacht hat, was wir brauchen.

Resümee der Turnierleitung

IRC:

Peter, wie ist Dein Resümee dieses Turniers?

 

Peter Hermanns:

Drei Tage superschönen Sport.

Drei Tage keine nennenswerten Unfälle.
Drei Tage gutes Wetter.
Drei Tage zufriedene Teilnehmer und Beteiligte:

Das war die beste Veranstaltung,
die wir auf Gut Haus Holzem je gemacht haben!

Internationaler Reitclub Bad Godesberg e.V.
Gut Haus Holzem
53343 Wachtberg - Berkum

 

1. Vorsitzender:

Reinhard Hanse